Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr
Glaube. Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der
christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen
Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler,
Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert
und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.
Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu
treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der
Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz
und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei.

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Lehrstoff

Grundlegende Themenfelder benennen die gemeinsamen Inhalte des Religionsunterrichts aller
Schularten der berufsbildenden mittleren Schule.
Ziele und Themen konkretisieren diese für die jeweilige Schulart.
Grundlegende Themenfelder
Frage nach Gott
Mit ihrer Sehnsucht nach Angenommensein und Geborgenheit begegnen die Schülerinnen und
Schüler im Religionsunterricht dem christlichen Angebot des Glaubens an einen liebenden Gott.
Dieser ist in Jesus Christus Mensch geworden. Er sandte seinen Geist zur Stärkung und
Ermutigung. Grundlagen der christlichen Rede von Gott sind die Bibel und die christliche
Tradition.
Mensch sein: personal
Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr Leben und suchen nach Orientierung. Die in Jesus
Christus grundgelegte Tradition gibt Antworten auf die Frage nach Sinn, auch angesichts von
Schuld, Leid und Tod. Der Religionsunterricht bietet Raum, die je eigenen Stärken und
Schwächen zu erkennen und damit umgehen zu lernen.
Mensch sein: sozial
Die Schülerinnen und Schüler leben in Beziehungsnetzen. Durch den Religionsunterricht werden
sie ermutigt, aktiv an deren Gestaltung und am Gelingen von Beziehungen nach dem Vorbild
Jesu Christi und christlichen Grundprinzipien mitzuwirken.
Leben als Christ/Christin
Persönliches und gesellschaftliches Leben werden geprägt vom kirchlichen Jahreskreis und vom
Wochenrhythmus. Die Kirche will vor allem auch durch die Sakramente das Leben der
Schülerinnen und Schüler begleiten. Der Religionsunterricht bietet Beiträge zu einer
persönlichen Spiritualität und Glaubenspraxis.
Ethische Themen
Gelebtes Christsein der Schülerinnen und Schüler zeigt sich in ihrem verantwortungsvollen
Handeln. Dies verlangt eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen zu (aktuellen)
ethischen Fragen und eine Orientierung an der Hl. Schrift, der Botschaft Jesu Christi und der
kirchlichen Lehre.
Arbeit und Beruf
Schülerinnen und Schüler stehen an der Schwelle zur eigenen Berufstätigkeit oder erlebten diese
bereits. Die christliche Soziallehre ermutigt dazu, wirtschaftliche Strukturen zu hinterfragen und
soziale und ökologische Zusammenhänge zu erkennen. Sie zeigt Wege zum Gestalten einer
menschenwürdigen Arbeitswelt.
Kirche als Werk des Geistes Gottes
Schülerinnen und Schüler klären ihre konkreten Erfahrungen mit der Kirche und deren
Lebensformen. Informationen über die Kirche und deren historische Entwicklung sind
Voraussetzung für Verständnis und persönliches Engagement.
Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen
Schülerinnen und Schüler begegnen unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen. Wissen
und Verstehen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden tragen zu Dialogfähigkeit bei.
Gegenseitige Achtung sowie gelebte Ökumene sind Grundlagen für ein friedliches Miteinander.